Hoch im Norden des Emslandes werden die Prototypen für ganz neue Fahrzeuggenerationen auf die Teststrecke gelassen. Für Oliver Kugland der spannendste Job der Welt. Ausgleich und Ruhe findet er im emsländischen Zuhause.
Innovation für die Automobilindustrie und modernes Landleben

Die Automobilbranche kennt das Emsland

Hightech und Innovation für die Automobilindustrie kombiniert mit modernem Landleben - klar, das geht! In Papenburg testet die HAT Fahrzeugerprobungen GmbH neueste Fahrzeuggenerationen. Innovation pur – Oliver Kugland erlebt als Geschäftsführer täglich alle Neuheiten der Automobilbranche. Privat genießt er das moderne Landleben, abschalten vom anstrengenden Managerjob. 

Mehr als 250 Fahrzeughersteller und System- sowie Komponentenlieferanten lassen im nördlichen Emsland ihre sogenannten Erlkönige auf dem Gelände der ATP Automotive Testing Papenburg GmbH erproben, einem der weltweit größten herstellerunabhängigen Automobil-Prüfgelände für Personen- und Nutzfahrzeuge. „Wenn die LKWs beladen mit den neuesten Prototypen auf den Hof fahren, dann schlägt das Herz im Manne schon etwas höher. Die HAT Fahrzeugerprobungen GmbH ist ganz nah dran, was die neuesten Innovationen der Autoindustrie betrifft. Derzeit testen wir eine neue Sportwagengeneration, aber mehr darf ich hierzu nicht verraten. Die Testzyklen sind streng geheim und die Prototypen sind abgeschottet vor Fotografen. Die von uns getesteten Fahrzeuge kommen erst in fünf bis zehn Jahren als Serienfahrzeug auf den Markt“, schwärmt Oliver Kugland.

Unter Kugland arbeiten deutschlandweit rund 460 Versuchsfahrer an vier Standorten. Das bedeutet für den Manager viele Geschäftsreisen. „Das Emsland hat gute Anbindungen an Flughäfen wie Münster oder Düsseldorf. Über die A31 gelangt man schnell ins Ruhrgebiet. Längere Fahrtzeiten muss ich schon in Kauf nehmen, dafür aber wenig Staus. Auch privat zieht es uns immer wieder in den Pott. Wir besuchen am Wochenende oft die Familie in Essen. In weniger als eineinhalb Stunden sind wir meist dort.“

Privater Ausgleich beim SV Meppen

Kugland ist 1973 geboren und hat nach seinem Ingenieurs-Studium und Stationen bei bekannten Autounternehmen einige Jahre in Berlin gelebt. Er ist Fußballfanatiker. „So kam ich 2015 als beratendes Vorstandsmitglied zum Jugendleistungszentrum Emsland und SV Meppen. Ich selber habe in der Jugend bei Rot-Weiß Essen gespielt und war Nachwuchstrainer beim F.C. Hertha 03 Zehlendorf Berlin. Mein Sohn ist ebenfalls begeisterter Fußballer. Durch das Jugendleistungszentrum habe ich viele spannende Kontakte knüpfen können. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Hidden Champion-Unternehmen es im Emsland gibt.“

Als Entwickler und System-Designer ins Emsland?

Kugland hat in seinem Berufsleben als Entwickler und System-Designer schon alles gemacht: etliche Patente, Motorenentwicklungen und vieles mehr steht in seiner beachtlichen Vita. Einen Managerjob in den Automobilmetropolen zu finden, wäre für ihn kein Problem. Und doch hat er sich bewusst für Mittelstand im Emsland entschieden. „Wie ich hierher kam? Das war eigentlich ein Zufall. Meine Familie und ich waren schon länger Emsland-Fans und haben Urlaub bei Meppen gemacht. Dort habe ich eine Stelleanzeige der Hanrath-Gruppe in der Lokalzeitung gesehen, sie suchten einen neuen Managing Director für den Automotive-Bereich. Die Stelle reizte mich total, denn ich hatte Lust bei einem gut aufgestellten Mittelständler zu arbeiten. Keine großen Fachabteilungen, die einem alles abnehmen, sondern selbständig alle Bereiche lenken und leiten sowie den direkten Kontakt zu meinem Team zu halten. Und so ging nach dem Bewerbungsschreiben alles ganz schnell, dass ich dann Emsländer geworden bin“, freut sich Kugland. 

Modernes Landleben: Im Emsland zu Hause

„Wir haben in Lathen ein Haus gekauft. Wir lieben das Leben im Grünen. Ich bin der Meinung, das Emsland wird oft noch unterschätzt. Moderne Restaurants und Bars, tolle Shoppingmöglichkeiten und ein breites Freizeit- und Kulturprogramm, am Wochenende mal eben ans Meer. Ist doch alles da!“ Die Familie hat einen Hund und inzwischen auch zwei Pferde. „Meine Tochter hat den Reitsport für sich entdeckt. Und wenn wir mal Sehnsucht nach einer Großstadt haben, so fahren wir einfach hin. Unser Freundeskreis ist auf ganz Deutschland verteilt. Ich mag dann für ein paar Tage das turbulente Großstadtleben, freue mich aber auch, wenn ich zurück bin in unserem schönen Garten“, schwärmt Kugland. Dort genießt er die frische Luft und die Ruhe, „bei einem guten Glas Wein.“ Er und das Emsland, das passt. Die Verbindlichkeit und Machermentalität der Emsländer passen gut zu ihm.