"Die EmslandArena hat sich in nur ein paar Jahren zu einer der besten Eventlocations in Deutschland gemausert. Im Emsland ist viel los." Stefan Epping, Eventmanager der EmslandArena
Erst mal googlen, wo das liegt!

Popkultur mit Auszeichnung

Kultur auf dem Land. Geht das? Ja, und wie! Jedenfalls im Emsland. Das Flaggschiff der Region ist seit Ende 2013 die EmslandArena in Lingen. Seit ihrer Fertigstellung geben sich dort renommierte Künstler die Klinke in die Hand. Katie Melua, James Blunt, Kraftklub, Die Fantastischen Vier oder sogar Bob Dylan – sie alle waren schon in Lingen.

Die Motive für den 20-Millionen-Bau sind natürlich nüchtern betrachtet rein wirtschaftlicher Natur. Die EmslandArena sei ein „Instrument zur Förderung des Bekanntheitsgrads, des Images und der Aufwertung unserer Region“, sagt Geschäftsführer Florian Krebs.  Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sei es für die Unternehmen in der Region wichtig, ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot bieten zu können.

EmslandArena spielt in der Bundesliga

Das Publikum stört das nicht. Mega, Hammer, klasse, super, geil, lautet das Fazit vieler Posts auf Facebook. Das Programm überzeugt nicht nur die Menschen der Region, sondern schlägt bundesweit Wellen. Anfang des Jahres gehörte die EmslandArena in der Kategorie „Arena des Jahres“ des „Live Entertainment Award“, dem renommierten deutschen Veranstalter-Preis,  zu den drei Nominierten. Ein Ritterschlag für die Emslandarena. „Wir spielen jetzt in der Bundesliga der Konzertarenen“, bilanziert Stefan Epping, Veranstaltungsmanager der EmslandArena.

Und was heißt das konkret? „Wir sind sichtbarer geworden auf der deutschlandweiten Event-Landkarte“, so Epping weiter. „Lingen, wo? Da muss ich erstmal googlen“ – Diese Sätze fallen jetzt nicht mehr so oft. Dies ist durchaus als Verdienst von Stefan Epping zu bezeichnen. Der Manager hatte Anfang der 90er Jahre für das Musikmagazin Intro gearbeitet und war einer der Gründer des im selben Verlag veröffentlichten „Festivalguides“ – heute Europas führendes Open-Air Magazin.

Stefan Epping zog es zurück ins Emsland

„Als die Intro-Redaktion von Osnabrück nach Köln umgezogen ist, habe ich kurz überlegt, ob ich auch mit an den Rhein wechsel“, führt Epping aus. Der gebürtige Speller entschied sich gegen Köln und für das Emsland. „Ich bin hier verwurzelt, meine Familie lebt hier und ich hatte den Ehrgeiz zu beweisen, dass Kultur nicht nur in Berlin oder Köln, sondern auch hier bei uns in der Provinz funktioniert.“

Zunächst arbeitete er als Veranstalter im Alten Schlachthof, dem Lingener Kulturzentrum. Dort organisierte er viele Indie- und Alternativmusikkonzerte. Dank seiner bei Intro erworbenen Kontakte, konnte er einige Top-Acts aus der Szene nach Lingen holen. Die Belohnung: 2009 wurde der Alte Schlachthof Lingen von den Lesern einer Musikzeitschrift  zum Club des Jahres gewählt. In der Laudatio ist zu lesen: „Insbesondere durch seine qualitativ hochwertige Live-Unterhaltung hat sich der Alte Schlachthof bundesweit einen hohen Stellenwert erarbeitet. Oftmals taucht in den Tourdaten der angesagten Szenegrößen der Name Lingen neben den Großstädten als einzige Kleinstadt auf.“

Weitere überregional bekannte Festivals und Event-Locations

Für alle Festival-Liebhaber ist das Emsland seit über dreißig Jahren aufgrund des „Abifestivals“ bekannt. Die Umsonst-und-Draußen-Party am alten Atomkraftwerk wird traditionell von den Absolventen der drei Lingener Gymnasien organisiert und lockt rund 10.000 Besucher jährlich an. Das Besondere an dem Festival: Zahlreiche Bands, die heute national erfolgreich sind, haben in Lingen erste Gehversuche unternommen, so zum Beispiel: Die Sportfreunde Stiller, Cro, Kraftklub, K.I.Z oder Jupiter Jones.

Gestandene Künstler kommen zum großen NDR 2-Open-Air-Konzert vor den Kulissen der Meyer Werft in Papenburg. Wem das nicht genug ist, kann problemlos und schnell zu Konzerten und Veranstaltungen in die Auricher Sparkassenarena fahren oder in Münster und Osnabrück Events besuchen.

Auf die Rolling Stones oder Adele wird man im Emsland vergeblich warten. Sie spielen ausschließlich in den Metropolen mit Hallen, die über 10.000 Zuschauer fassen können. Macht nichts, es gibt gute Alternativen und die kommen mittlerweile gerne ins Emsland.