„Ich liebe das Emsland, weil ich hier angekommen bin, neue Freunde gefunden habe und es meine Heimat geworden ist.“ Sarah Morris, gebürtige Sauerländerin
"Wenn, dann richtig"

Sarah Morris und Daniel Dye - gemeinsame Zukunft im Emsland

Das Reisen ist die große Leidenschaft der 27-jährigen Sarah Morris. So lernte sie auch ihren Freund, den Amerikaner Daniel Dye kennen. Seit Ende September leben die beiden stadtnahe in Lingen und fühlen sich dort, obwohl sie vom Emsland lange nichts gehört hatten, sehr wohl.

„Mein erster Eindruck vom Emsland war, dass es hier so aussieht wie in Holland“, erzählt Morris lachend. Dennoch: Der Charme der Lingener Kleinstadt hat sie überzeugt dort ansässig zu werden. Die gebürtige Sauerländerin kam erstmals durch ihre Arbeit mit dem Emsland in Kontakt. Ein duales Studium bei dem Erdölproduzenten BP, zog sie daher nach Lingen.

Doch wenn man nicht weiß, was die zukünftige Heimat für einen bereits hält, fragt man das Internet. Dies tat auch Morris. „Als erstes bin ich auf Berentzen in Haselünne gestoßen“, sagt die 27-Jährige, mit schottischen Wurzeln väterlicherseits.

Kennenlernen in Göteburg

Vor kurzem absolvierte Morris ihr Masterstudium in Hamburg, welches von BP finanziert wurde. Dabei verbrachte sie auch ein Auslandssemester in der schwedischen Stadt Göteburg. Dort traf sie auf ihren amerikanischen Lebensgefährten Daniel Dye, der ebenfalls für ein Auslandssemester in Göteburg lebte. Ob es zwischen den beiden aufgrund der Distanz funktionieren würde, stand noch in den Sternen, doch die beiden wagten den Versuch.

Morris besuchte ihren Freund und seine Familie in den USA. Ab diesem Zeitpunkt war es für das junge Paar entschieden und eine gemeinsame Zukunft der Plan. „Wir haben gesagt, wenn wir diesen Schritt schon wagen, dann richtig“, berichtet Morris. Sie schloss ihr Masterstudium ab und trat in der Erdölraffinerie eine Stelle als Ingenieurin in der Anlagentechnik an. Auch Dye begab sich auf die Stellensuche, wurde beim Unternehmen Paus in Emsbüren fündig und bereut dies nicht.

Man wohnt immer in der Stadt

Zwar musste sich auch die gebürtige Sauerländerin umgewöhnen, doch vor allem für den naturliebenden Amerikaner war es eine große Umstellung. „Der größte Unterschied für mich ist, dass, egal wo man wohnt, man in der Stadt wohnt“, meint Dye mit einem Lächeln. Vorher war er es gewohnt einstündige Wege für einen einfachen Lebensmitteleinkauf auf sich zu nehmen. In den USA lebte er mit seiner Familie, umgeben von Wäldern, in einfachen Verhältnissen. Jagen, Fischen, Klettern und alles was man in der Natur unternehmen kann, gehörte zum Alltag des 24-Jährigen. In Lingen bewahrt sich der Amerikaner ein Stück Freiheit durch sein geliebtes Quad, welches er hegt und pflegt wie seinen Augapfel.

In Lingen ist was los

Die Infrastruktur – zum Beispiel durch die Anbindung an die A 31 – ermöglicht Morris auch im Emsland weiterhin ihr Hobby: das Motorradfahren und Reisen. Außerdem sei das Kulturangebot in Lingen sehr ansprechend und man treffe schnell einmal bekannte Leute wieder. Dies hat die Zugezogene auch schon anders kennengelernt. „Als ich in Hamburg gelebt habe, war es dort doch sehr anonym. Hier in Lingen trifft man sich beim Einkaufen“, sagt Morris.

In Lingen haben Morris und Dye ihr neues zuhause gefunden. Deshalb sagt Morris auch mit Überzeugung: „Ich liebe das Emsland, weil ich hier angekommen bin, ich neue Freunde gefunden habe und es meine Heimat geworden ist.“ Dye, der vor allem die Freundlichkeit der Emsländer schätzt, hält es hingegen pragmatisch: „Ich liebe das Emsland, weil Sarah hier ist“, sagt er mit einem Zwinkern.