Geschichten im Literarischen Café am Markt in Lingen
"Nicht zu lange überlegen, sondern einfach anfangen!" Elisabeth Tondera, Autorin & Schreibtrainerin
Das Literarische Café in Lingen

Ein Ort für fesselnde Geschichten

Was einmal pro Woche in einem eineinhalbstündigen Schreibkurs beginnt, führt am Ende des Monats zu spannenden Geschichten in geselliger Runde. Das Literarische Café ist ein Ort zum Austausch kreativer Gedanken, die die Teilnehmer der Schreibwerkstatt von Elisabeth Tondera untereinander teilen. 

Die Leidenschaft für das Schreiben entdeckte Elisabeth Tondera schon als Kind. Geboren und aufgewachsen in Polen, lebt sie seit 50 Jahren in Deutschland, davon 40 in Lingen. Geprägt durch ihr Germanistik- und Slavistik-Studium und nach einer schöpferischen Pause, entdeckte sie das kreative Schreiben in den 90er Jahren erneut für sich, da sie beruflich auch journalistisch schrieb. Die freie Journalistin begann also, eigene Kurzgeschichten zu entwickeln und Kurse zu besuchen, die sich mit der Kunst des Schreibens beschäftigten. 2015 erschien ihr erster Roman "Das Zeitenkarussell". Daraufhin folgt ein Buch über Migrantinnen im Emsland im Jahr 2018 und 2022 ein Weihnachtsbuch mit Kurzgeschichten in Kooperation mit Susanna Hübner.

Wie lernt man kreativ zu schreiben?

Diese Leidenschaft gibt sie in ihren Kursen " Die besten Geschichten schreibt das Leben" und "Schreibzeit" weiter. Dass der Austausch unter den Teilnehmern ihrer Kurse ein entscheidender Baustein für das Vorankommen beim kreativen Schreiben ist, weiß Tondera aus eigener Erfahrung: "Alleine am Schreibtisch zu sitzen, bringt nicht viel. Gerade am Anfang hilft es, Ideen zu besprechen und anderen im wörtlichen Sinn beim Schreiben zuzusehen, um am Ball zu bleiben. Und es ist großartig zu sehen, wie die Teilnehmer mit ihren Geschichten wachsen." 

Schon seit 1998 bietet Tondera Kurse bei der VHS in Lingen an. Diese sind seitdem zu einem festen Bestandteil im Programm geworden, fortlaufend beliebt und gut besucht. "In den Kursen sitzen auch viele Wiederholungstäter", wie sie die regelmäßigen Teilnehmer lachend bezeichnet. 

Elisabeth Tondera bietet in den Kursen verschiedene Anregungen für die Geschichten. Manchmal wird ein Bild oder ein Motto vorgegeben, aber auch verschiedene Gegenstände. "Manchmal reicht ein alter Korken, um die besten Inspirationen zu liefern." Es ermöglicht sowohl den unerfahrenen als auch den erfahrenen Teilnehmern, Schreibblockaden zu lösen und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Der Kurs dient der freien Gestaltung eigener Ideen, ohne sich an technische Vorgaben halten zu müssen. Im Vordergrund steht also die Freude, die eigenen Gedanken festzuhalten und auch die Anregungen aus dem Kurs zu Hause sinnvoll umsetzen zu können.

Das Literarische Café

Jeden letzen Freitag im Monat findet diese Veranstaltung im Café am Markt in Lingen statt. Vor gut 20 Jahren hatte die ehemalige Fachbereichsleiterin und Dozentin der VHS, Margrit Lehmkuhl-Wiese, die Idee, ein erstes Literarisches Café im Bistro der alten VHS-Küche zu veranstalten. "Das Literarische Café entstand aus dem Bedürfnis, die entstehenden Geschichten auch der Öffentlichkeit zu präsentieren", erklärt Tondera. Die Idee kam entsprechend gut an und wurde zum regelmäßigen Bestandteil des Programms. Als das Bistro allerdings geschlossen wurde, brauchte man dringend einen Ersatz, denn auf das Literarische Café als Rahmen für die Texte wollte längst keiner mehr verzichten. So wurde das "Café am Markt" der neue Standort. Wer neugierig ist, das Geschriebene aus den Vormittags- und Abendkursen zu hören, ist dazu herzlich eingeladen: in entspannter Atmosphäre mit süßen Snacks und Kaffeeduft.

 

Es war einmal... 

Das erste Literarische Café im Jahr 2026 startete nach der Winterpause in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen mit dem Thema "Es war einmal":  Neu entstandene Geschichten oder auch lange in den Schubladen des eigenen Schreibtisches verstaute Texte fanden neugierige Zuhörer. Von traditionellen, romantischen Märchen über humorvolle Anekdoten bis hin zu Geschichten mit unerwarteten Wendungen, zeigt sich in den Texten für die Zuhörer und Besucher des Literarischen Cafés eine große Bandbreite.

Ein fester Bestandteil der Lingener Kultur

Für die Zukunft der literarischen Szene im Emsland wünscht sich Elisabeth Tondera, dass sie weiter wächst, durch jede Altersgruppe vertreten ist und genau so sehr wahrgenommen wird, wie Theater, Kunst und Kino. Einen Beitrag dazu hat zum Beispiel der Wettbewerb "Lingener Feder" geleistet, der 2025 viel Aufmerksamkeit auf den Bereich der Literatur lenkte. Sowohl die ältere als auch die jüngere Generation hatten die Möglichkeit, etwas zur Literatur in Lingen beizutragen und nicht nur Profis, sondern auch Amateure haben gute Plätze belegt.