„Eigentlich vermisse ich im Emsland nichts - und wenn doch, fahre ich einfach eben nach Köln. Auf der Emsland-Autobahn kein Problem.“ Thomas Vietz, gebürtiger Kölner
Von der Großstadt ins Emsland

Ein Kölscher Jung im Emsland

Thomas Vietz ist Systemadministrator bei der Bernard van Lengerich Unternehmensgruppe in Emsbüren. Als gebürtiger Kölner fühlt er sich hier wohl – dank Karneval, Menschen mit Humor und der Arbeit in einem echten Traditionsbetrieb.

Das Landleben kennt Thomas Vietz nun wirklich nicht von klein auf. Aufgewachsen ist er in einer Großstadt, genauer gesagt: in Köln. Aber Stück für Stück hat er sich dem ländlichen Raum genähert – bis ins Emsland, wo er seit gut sechs Jahren bei der Emsbürener Unternehmensgruppe Bernard van Lengerich (kurz BvL) tätig ist. Vor allem bekannt für die Produktion modernster Futtermischtechnik, aber auch für Elektrotechnik und Oberflächentechnik, besteht der Familienbetrieb seit mittlerweile über 150 Jahren. Mit ein Grund für Vietz, hier sein Glück zu suchen – und zu finden. Beständigkeit ist etwas, das ihn bei BvL wie bei vielen anderen emsländischen Unternehmen fasziniert. „So langjährige Mitarbeiter wie hier, teilweise 30, 40 Jahre in einem Unternehmen, das kannte ich gar nicht“, so der 48-Jährige. Aber natürlich waren es nicht nur die „inneren Werte“, die für den gelernten Kommunikationselektroniker mit Fachrichtung Informationselektronik zählten. Auch die äußeren Umstände, insbesondere die berufliche Aussicht, passten.

BvL: erst Kunde dann Arbeitgeber

Einen der in den 1980ern raren Ausbildungsplätze im IT-Bereich erhielt Vietz in der Nähe von Paderborn. Dort war durch die Nixdorf Computer AG (NCAG) im ländlichen Ostwestfalen ein deutsches Zentrum für Computertechnik entstanden. Nach einem Job im Support seines Ausbildungsbetriebs machte er sich Mitte der 1990er Jahre selbstständig – und betreute BvL schon damals als Systemadministrator.

Wie andere seiner Kunden, wurde das emsländische Unternehmen in diesen Jahren immer größer und die Computertechnik erhielt Einzug in immer mehr Betriebsabläufe. Häufige Anfragen und Anfahrten aus Paderborn waren die Folge für Vietz.  Das wurde für alle Beteiligten unbequem. Als BvL 2011 einen eigenen Systemadministrator suchte, zögerte Thomas Vietz nicht lange. Er kannte das Unternehmen, die Strukturen, die Tradition. Er bewarb sich um die Stelle – und erhielt den festen Job.

Privates Netzwerk hilft – und der Autobahnanschluss

Einen enormen Vorteil hatte der Rheinländer bereits: Privat hatte Vietz schon über einen Kollegen bei BvL ein Netzwerk im Emsland und der angrenzenden Grafschaft Bentheim aufgebaut. „Wenn dieser Freundeskreis nicht schon bestanden hätte, wäre die Entscheidung sicher etwas schwerer gefallen“, sagt Vietz. Schwer gefallen ist ihm nur eines: die Wohnungssuche. In Emsbüren selbst schien der Wohnungsmarkt damals wie leergefegt. Vietz zog vorläufig in eine für ihn als Single zu große Wohnung im benachbarten Schüttorf. Inzwischen hat er die passende Wohnung, „aber die Problematik besteht auch hier schon ähnlich wie in anderen Regionen“, merkt er an.

Eigentlich, so sagt er, vermisst er im Emsland nichts. Selbst Karneval feiert man hier – und Emsbüren ist sogar eine der Hochburgen. Ab und zu zieht es ihn natürlich dennoch nach Köln. „Das brauche ich dann schon noch“, gesteht er. Ob „echter“ Kölscher Karneval, „Rhein in Flammen“ oder Silvester – die Kölschen Klassiker besucht er so gern wie seine Familie, die teilweise in der Domstadt lebt. Und die Anreise aus dem Emsland genießt er jedes Mal förmlich. Die gute Autobahnanbindung sieht Vietz als großen Pluspunkt der Region.

Humor der Emsländer passt

Seine kölsche Mentalität hat ihm beim Start im Emsland enorm geholfen, findet Vietz. „Als Kölner hab ich keine Berührungsängste“, stellt er klar. Seine offene, tolerante Art kommt bei den Kollegen gut an. Und die Art der Emsländer kommt bei Vietz gut an: „Die sind gefühlt sehr offen und gelassen und sie haben einen angenehmen Humor“, sagt er.

Ein ländliches Umfeld kannte Vietz schon aus Paderborn. Doch das Emsland beeindruckt ihn noch auf andere Weise: insbesondere durch die Wirtschaftsdynamik mit den vielen kleinen und mittelständischen Betrieben und fast noch mehr durch die Loyalität gegenüber den Menschen und der Region. „Aufträge werden, wenn es irgendwie geht, vor Ort oder wenigstens in der Region vergeben – auch wenn es mal ein paar Euro mehr kostet“, nennt er ein für ihn bezeichnendes Beispiel.

Zweifel hatte Thomas Vietz an seiner Entscheidung für das Emsland übrigens nie. Warum auch? „Ich fühle mich hier pudelwohl!“, stellt er klar. Klingt wie angekommen.